Inbetriebnahme von Servoantrieben mit OBLAC Drives
Was ist OBLAC Drives?
OBLAC Drives ist Synapticons browserbasierte Inbetriebnahme- und Tuning-Software für SOMANET Servoantriebe. Die Anwendung läuft in einem Standard-Webbrowser (Chrome empfohlen) und kommuniziert über EtherCAT mit den Antrieben — keine proprietäre Software, keine Installation erforderlich.
Warum ist das wichtig?
Die Inbetriebnahme eines Servoantriebs umfasst Dutzende Parameter: Motordaten, Encoder-Konfiguration, Kommutierung, Regelkreisabstimmung, Schutzfunktionen. Ohne geführte Software ist das fehleranfällig und zeitaufwändig.
OBLAC Drives vereinfacht diesen Prozess grundlegend:
- Kein proprietäres Tool — jeder Rechner mit Webbrowser genügt, ob Windows oder Linux
- Geführter Wizard — Schritt für Schritt durch Firmware, Motor, Encoder und Kommutierung
- Automatisches Tuning — Systemidentifikation und automatische Gain-Berechnung ersetzen manuelles Trial-and-Error
- Integrierter Scope — Echtzeit-Visualisierung von Position, Geschwindigkeit und Drehmoment direkt im Browser
- Konfigurationsportabilität — Parameter als config.csv speichern und auf andere Antriebe laden
- Automatisierte Inbetriebnahme — HTTP-API und WebSocket-Bibliothek für Produktionsumgebungen
Wie funktioniert es?
Der Inbetriebnahme-Workflow in 6 Schritten:
- Firmware-Installation — OBLAC Drives erkennt neue Hardware automatisch und installiert die passende Firmware über File over EtherCAT (FoE)
- Antriebsbenennung — Zuordnung eines eindeutigen Namens für Multi-Achs-Systeme
- Bremsen-Konfiguration — Festlegung, ob eine Haltebremse angeschlossen ist
- Motorparameter — Eingabe der Motordaten aus dem Datenblatt (Drehmoment, Drehzahl, elektrische Parameter) oder Auswahl aus einer vordefinierten Motorliste
- Encoder-Setup — Konfiguration der angeschlossenen Encoder; genau ein Encoder muss der Kommutierung zugewiesen werden
- Phasenausrichtung — vollautomatische Kommutierungs-Offset-Erkennung
Der Playground (Motortest):
Nach Abschluss des Wizards bietet der Playground drei Testmodi: Drehmoment-, Geschwindigkeits- und Positionsmodus mit konfigurierbaren Referenzsignalen (Stufe, Sinus, Trapez, Rampe).
Systemidentifikation und Auto-Tuning:
OBLAC Drives analysiert die Frequenzantwort des Systems durch ein Drehmomentsignal und leitet ein mathematisches Modell des elektromechanischen Systems ab. Darauf basierend berechnet das Auto-Tuning optimierte PI-Gains für den Geschwindigkeits- und Positionsregelkreis — mit einstellbarer Dämpfung und Bandbreite.
Wie setzt SOMANET das um?
OBLAC Drives unterstützt alle SOMANET-Produktlinien: Node, Circulo und Integro. Die Software kann direkt auf einem PC oder über die OBLAC Drives Box (dedizierte Hardware mit vorinstalliertem EtherCAT-Treiber, Zugang über WLAN) betrieben werden.
Für die Produktion ermöglicht die HTTP-API und die Motion-Master-Client-Bibliothek (WebSocket) die vollständige Automatisierung: Firmware-Prüfung, Installation, Konfiguration und Validierung — ohne manuellen Eingriff.
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